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Warum Ausbildung?

Während in den USA die Begriffe etwas klarer gefasst sind, gibt es in Deutschland bisher leider keine einheitliche Definition. Angelehnt an die Begrifflichkeiten der International Society of Animal Assisted Therapy (ISAAT), Gründungsort Zürich, wurden auf der Tierschutztagung in Bad Boll im Jahr 2008 folgende Definitionen erarbeitet:

  • Tiergestützte Therapie TTT (Therapiebegleithund)
  • Tiergestützte Pädagogik TTP (Schulhund, wobei das dann auch für Hunde in Kindergärten zutrifft)
  • Tiergestützte Fördermaßnahmen TGF (Besuchshund).

Zudem wurden zwei Dachverbände geschaffen. Der eine ist die eben erwähnte ISAAT mit Sitz in Zürich. Der andere Dachverband ist die European Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT) mit Sitz in Wien. Sie erkennt allerdings nur selbst ausgebildete Teams an.

Da es zwar die genannten Definitionen, aber keine gesetzlichen Regelungen gibt, darf jeder seinen Hund Therapiehund nennen. Wir sind mit unseren Richtlinien sehr konsequent und uns liegt daran, dass wir Qualität vermitteln. Die Mehrheit der Aktiven in Deutschland hat keine Ausbildung. Da zudem viele Ausbilder für Mensch und Hund selbst keine verifizierbare Qualifikation nachweisen können, ist die Qualität ihrer Ausbildung (trotz den teils erheblichen Kosten) als fraglich einzustufen.

Unsere Dozenten heben sich nicht nur durch eine qualifizierte Ausbildung ab, sie haben zudem jahrzehntelange Praxiserfahrungen, die sie gerne weitergeben. Eine Ausbildung allein kann diese Erfahrungen nicht ersetzen.

Deutschlandweit haben wir uns inzwischen einen guten Ruf erarbeitet. Der DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten) benennt uns auf seinem Informationsblatt (PDF, 116 kB) in Bezug auf die Tiergestützte Therapie als einzige Referenz-Institution.

In Bezug auf die US-amerikanischen Definitionen sehen wir uns im Bereich Animal Assisted Therapie (AAT) und Animal Assisted Pedagogy (AAP). Die Organisation „pet partner“ (früher „Delta Society“) gibt klare Regeln für AAT und AAP vor. Bei AAT muss der Hundehalter eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem heilenden, therapeutischen, pädagogischen oder anderweitig sozialen Bereich haben. Zweitens muss es eine genaue Zielvorgabe für die Maßnahme geben. Drittens muss der Einsatz ordnungsgemäß dokumentiert werden. In diesem Bereich sehen wir unseren Schwerpunkt. Zudem haben wir auch Teilnehmer, die im Bereich AAP tätig sind. Hierbei geht es vornehmlich um Gruppen, meist von Kindern oder Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen.

Genau darauf haben wir unsere Ausbildung ausgerichtet. Zulassungsvoraussetzung ist die abgeschlossene Berufsausbildung. Wir geben unseren Teilnehmern Ideen, welche Ziele es für eine Tiergestützte Intervention geben kann und wie diese formuliert werden können. Nach dem Einsatz erläutern wir die Dokumentation, so dass der jeweilige Teilnehmer lernt, den Zustand des Patienten oder Schülers sowie die eingesetzten Mittel und Methoden zu erläutern. Dabei gehen wir im Detail auf die Grob- und Feinziele ein.

Als große Gefahr sehen wir, dass nicht ausgebildete Hundehalter im Einsatz eventuell Signale des Hundes übersehen, so dass es zu Reaktionen des Tieres kommt, die unangenehme Folgen haben können. Viele Hunde, die nicht speziell für den therapeutischen Einsatz ausgebildet wurden, sind in einem für sie unbekannten Umfeld mit neuen Eindrücken leicht überfordert. Selbst wer einen entsprechenden Beruf erlernt hat und einen „netten“ Hund mitbringt, sollte ohne gezielte Ausbildung nicht tiergestützt arbeiten. Das Risiko ist hoch, dass die Situation nicht richtig eingeschätzt wird – schließlich muss die Aufmerksamkeit gedrittelt werden: Den Hund, den Klienten und sich selbst muss man im Blick behalten.